Heizungs-Sanierung 3½ Zimmer- Attikawohnung, Falkenstrasse 117, 4106 Therwil

Ausgangslage

Aufgrund eines Produktfehlers sind die beim Neubau des Mehrfamilienhauses verlegten Bodenheizungsrohre verfrüht spröde geworden und sind vereinzelt schon geborsten. Die nötige Reparatur führt zu Umständen und Kosten für die Mieter und den Vermieter, ohne dass das Problem wirklich gelöst wird.

Daher haben die Eigentümer beschlossen, den Leerstand einer 3½ Zimmer Attikawohnung Ende 2025 /Anfang 2026 zu nutzen, um neue Wege bei der Sanierung zu evaluieren.

Das daraus entstandene Pilotprojekt zeigt durchwegs positive Ergebnisse und überzeugt durch eine ansprechende Optik, ein angenehmes Raumklima und finanzielle und energetische Einsparungen. Die Baustellenzeit betrug trotz einer Verzögerung nur 4 Tage, der Aufbau konnte unter 5cm gehalten werden. Erste Messergebnisse bestätigen eine wesentliche Energieeinsparung und eine schnell reagierende Flächenheizung.


Ausführung

Nachdem die Standard- und einige Alternativlösungen mit uns diskutiert wurden, beschloss man, die Heizung an die Decke zu verlegen. Das erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, verspracht aber wesentliche Vorteile.

Die im Keller erzeugte Primärwärme wird neu über einen Wärmetauscher an den nun autonomen sekundären Heizkreislauf der Wohnung abgegeben. Die eigene geregelte Pumpe treibt den Sekundärkreislauf an und der intelligente Heizkreislaufverteiler übernimmt die Versorgung der Heizkreise. Daher entfällt der manuelle Hydraulikabgleich und die Heizung kann sehr schnell auf Änderungen der Umgebungseinflüsse reagieren. Ist der Wärmebedarf aller Heizkreise gedeckt, stoppt die Pumpe und gleichzeitig wird der Primärstrang durch ein Kugelventil geschlossen.

Die Heizungsrohre wurden nun in den zuerst an die Decke montierten, vorgefertigten Holzfaserplatten verlegt. Diese Vorgehensweise war eine enorme Zeitersparnis auf der Baustelle. Zugleich dienen die Holzfaserplatten als Isolation, damit die Wärme, unterstützt durch spezielle Wärmeleitbleche, gleichmässig in den Raum abstrahlt und nicht die Decke heizt.

Anstelle eines Putzes oder einer Gipsdecke entschied man sich für eine Spanndecke. Durch die geringe Aufbauhöhe, die kurze Montagezeit und Variantenvielfalt ermöglicht die Spanndecke eine technisch wie auch optisch überzeugende Lösung. Spanndecken gibt es seit einigen Jahrzehnten und kommen in den letzten Jahren immer öfter auch in Wohnungen in Kombination mit Deckenheizungen zum Zug. Es ist eine saubere, trockene, ansprechende und ausgereifte Lösung. Ihre einfache und schnelle Montage trug ebenfalls wesentlich zu der verkürzten Baustellenzeit bei.

Die bestehenden Halogen- Spotlampen wurden beim Einbau der Spanndecke gleich durch moderne LED-Lampen ersetzt.

Fazit

Der Entscheid eine Pilotwohnung mittels einer Deckenheizung zu sanieren, hat sich gelohnt, auch finanziell. Viele Vorurteile gegenüber Deckenheizungen konnten mit diesem Aufbau überzeugend ausgeräumt werden. Dank der beteiligten innovativen und professionellen Firmen wurden bewährte und moderne Elemente aus Heizungsbau, Steuerungstechnik, Vorfertigung und Raumgestaltung neu kombiniert. Das umgesetzte Projekt zeigt nicht nur der Eigentümerschaft eine zeitgemässe und energetisch durchaus sinnvolle Sanierungslösung auf, die auch die betroffene Mieterschaft berücksichtigt.

Neben der bereits genannten Vorteile, führte dieser Aufbau zu einer ruhigeren Raumakustik, verbessert die Sprachverständlichkeit und steigert insgesamt das akustische Wohlbefinden in allen Wohnbereichen.

Die Radiationswärme von oben her wird als natürlich und angenehm empfunden. Zudem dürfte die verminderte Luftströmung viel dazu beitragen, dass weniger Staub und Allergene in den räumen aufgewirbelt werden. Was zu einer guten Lufthygiene beitragen kann.

Auch für zukünftige Anforderungen an Klimasysteme ist die Eigentümerschaft bestens gerüstet, da sich die wassergeführte Flächenheizung an der Decke ausgezeichnet zum Kühlen eignet und die Vorlauftemperatur zum heizen noch weiter gesenkt werden konnte.


Verwaltung:

ALFRED GSCHWIND ARCHITEKT AG

Christian Buser

Mittlerer Kreis 10a

4106 Therwil

Tel. 061 721 48 48

www.gschwind-architekt.ch

Installateur:

Avoro AG

Gebäudetechnik Manufaktur

Wenkenrütistrasse 33

CH-9630 Wattwil

Tel. +41 71 577 54 55

www.avoro.ch


Spanndecke:

Thomas von Gunten

Hubelstrasse 17

3778 Schönried

079 237 57 91

www.vgms.ch


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